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Grüne Idylle: der Fasangarten

Im Jahre 1743 fasste Fürst Paul II. Anton Esterhazy den Plan, im "Trauersdorfer Waldl" einen Fasangarten einzurichten. "Das Waldl" sollte der jagdlichen Ergötzung dienen, nicht nur dem Fürsten, sondern auch seinen Freunden und Gästen. Die Bevölkerung war darüber gar nicht erfreut, weil sie befürchten musste, dass durch die Errichtung des Fasangartens wichtige Weideflächen verloren gehen würden.

Nach dem Trauersdorfer Urbarialvergleich im Jahr 1864 erwarben die Trauersdorfer die Waldfläche samt der Mauer und dem Jägerhaus mit dem Brunnen um eine Ablösesumme von 10.000 Gulden. Nach der Kommassierung und der Beendigung der Fasanzucht begann die Aufteilung des Waldes. Die Anteile richteten sich nach der Größe der Ansässigkeit, auch "Session" genannt. Damals gab es 117 Bauern mit 57 3/8 Ansässigkeiten und 50 Söllner oder Kleinhäusler.

Für die Ordnung im Walde sorgte der Waldaufseher, der für die Dauer seiner Funktion das Jägerhaus benutzen durfte. Lukas Barilits bewohnte als letzter Trausdorfer das Jägerhaus, und zwar von 1919 bis 1940 mit seiner Frau und seinen drei Kindern. Während der Besatzungszeit durch die Russen wurde das Jägerhaus leider derart zerstört, dass es nicht mehr aufgebaut werden konnte. Auf einem Teil seiner Grundfläche errichtete die Trausdorfer Jägerschaft 1993 die Hubertuskapelle.

Im Lauf der Jahre waren die Parzellen auf Grund des Fehlens von Grenzsteinen immer schwerer aufzufinden. Daher wurde der Fasangarten von 1977 bis 1992 neu vermessen. Demnach beträgt die großteils von einer Mauer umgebene Fläche rund 177 Hektar. Davon gehören 150 Hektar zur Katastralgemeinde Trausdorf und 27 Hektar zur Katastralgemeinde St. Margarethen.

Der Trausdorfer Waldanteil besteht aus 1708 Parzellen. Die Gesamtfläche wird wie folgt genutzt:

Noch heute sind die folgenden kroatischen Bezeichnungen für die Riede gebräuchlich: Podlaptići, Grebljice, Poprični, Jagarovi, Dužički, Nadomežćeni, Grmi, Hižičarski.

Der Wald besteht zu 75 Prozent aus Zerreichen und zu 15 Prozent aus Traubeneichen. Zirka zehn Prozent sind Akazien (Robinien), Aspe (Espe), Birke, Feldahorn und Linde. Der Fasangarten wird in erster Linie zur Holzgewinnung genutzt. Außerdem dient er als Rückzugsgebiet für Wildtiere.

(Quelle: Broschüre anlässlich 140 Jahre Urbarialgemeinde Trausdorf, erschienen 2004)