Retrospektive Ralf Egger

Retrospektive Ralf Egger

2. Juli 2009 - Die Gemeinde Trausdorf widmet in Kooperation mit dem Tourismusverband Trausdorf dem lange Jahre in Trausdorf ansässigen Künstler Ralf Egger (geboren 1938) eine große Retrospektive. Die Ausstellung findet von 17. Juli bis 10. August 2009 im Sozialzentrum Trausdorf, Flugplatzstraße 8, 7061 Trausdorf an der Wulka statt.

Lange Jahre hatte Ralf Egger im Haus Flugplatzstraße 12 in Trausdorf gelebt. Als er sich 1971 in Trausdorf niederließ, spazierten die Gänse durch die Hauptstraße und abends trieb man die Kühe von der Hutweide in die Ställe. Daran erinnert sich der Künstler, der vor zwei Jahren von Trausdorf nach Eisenstadt übersiedelte, noch heute gerne.

Mittelpunkt des Grätzels war damals das Schankhaus von Margit Krajasich, Großmutter der jetzigen Wirtin des Oleander-Heurigen, Larissa Krajasich. Im Schankhaus traf Egger jene Charaktere, die ihn zu vielen seiner Hinterglasbilder und vor allem zum 1972 entstandenen zwölfteiligen Zyklus „Das Dorf – Trausdorf `72“ inspirierten. Fünf Hinterglasbilder aus diesem Zyklus sind eine Dauerleihgabe der burgenländischen Landesgalerie an die Gemeinde Trausdorf, sie werden bei der Ausstellung gemeinsam mit einem sechsten aus Privatbesitz neben vielen anderen Werken des Künstlers zu sehen sein. Außerdem zieren die Dorf-Bilder die Seiten eines immerwährenden Kalenders, der aus Anlass der Ausstellung gedruckt wurde. Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung (Freitag, 17. Juli, 19.30 Uhr) wird der Künstler die Kalender signieren. Organisiert wird die Ausstellung von Karolj Palkovich. Für ihn steht fest: „Eggers Kunst war ein starker Bestandteil des Dorfes…“

Ralf Egger erregte, als er noch ein frisch „Zuag’raster“ war, einiges Aufsehen in der Trausdorfer Idylle: Er war der „Ausg’flippte“, der mit Umhang und Kutscher-Zylinder am Tisch stehend oder liegend Geige spielte. Im Burgenland herrschte damals eine kulturelle Aufbruchstimmung, die Politik förderte den Zuzug von Künstlern.

Zur Hinterglasmalerei – so eine humorvolle Anekdote – fand Egger durch eine Wette: Er behauptete, er werde das größte Hinterglasbild Österreichs malen, und gestaltete ein Schaufenster! Großer Beliebtheit erfreuten sich die zahlreichen Hinterglasbilder mit Trausdorfer Motiven – liebenswerten Häuschen und typischen Architektur-Ensembles. Später schuf er Radierungen und – beeinflusst von USA-Aufenthalten – Bilder im Pop-Art-Stil. Die letzte Schaffensphase stand unter dem Motto „Raumgrenze - Zeitenwende“ – auch aus diesem Abschnitt werden im Sozialzentrum Trausdorf einige Bilder zu sehen sein. Zu dieser Kunstphase schreibt Egger: „Bei mir ist Raumgrenze = Form, Zeitenwende = Inhalt.“ Er verwies auch auf René Magritte, der sinngemäß gemeint habe, dass Malerei nicht nur eine Kunst des Sehens sondern auch eine Kunst des Denkens wäre.

Künstlerisch hat sich Ralf Egger zur Ruhe gesetzt, erleben will er aber noch viel. Gerne geht er auf Reisen, zum Beispiel nach Venedig, Südspanien oder nach Griechenland.

Die Ausstellungseröffnung findet am Freitag, dem 17. Juli um 19.30 Uhr statt. Landesrat Helmut Bieler wird die Eröffnungsrede halten.

Öffnungszeiten: Täglich außer Montag von 17 bis 20 Uhr

Künstlerische Biografie

1968 eigentlicher Beginn der künstlerischen Tätigkeit
Bevorzugte Technik ist die Hinterglasmalerei
1973 Teilnahme an den Rabnitztaler Malerwochen
1976 Beginn der druckgrafischen Tätigkeit (Radierungen)
und Einrichtung einer eigenen Tiefdruckwerkstätte
1978-80 Ausstellungen und Aufenthalte in den USA, Little Rock und New York Die Begegnungen mit den dortigen Kunstströmungen (POP-ART und FOTOREALISMUS) bewirken einschneidende gestalterische Veränderungen. In diese Zeit fällt die Errichtung einer Galerie im eigenen Haus. 1983 Förderungspreis der Theodor Kery-Stiftung
Aufnahme in die Künstlergruppe Burgenland
1985 Zuwendung zur Aquarellmalerei in akademischer Tradition
1994 Wiederaufnahme des Formmaterials und der Bildtheorien der künstlerischen Anfänge
Anlässlich der Jahrtausendwenden: „Raumgrenze – Zeitenwende“

Lebenslauf

1938 in Leoben, Steiermark geboren und aufgewachsen
1958 Matura, anschließend Studium der Kunstgeschichte in Graz
Er will zunächst Schriftsteller werden und setzt sich autodidaktisch mit expressionistischer Malerei auseinander
1960-65 Studium der Malerei und Restaurierung an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, Diplom
1966–68 als Berufsdetektiv tätig
1971 Erwerb eines alten Weinbauernhauses in Trausdorf a.d. Wulka und damit ständige Niederlassung im Burgenland
Unterrichtstätigkeit als Professor für Kunst und Bildnerische Erziehung an den Gymnasien Mattersburg und Eisenstadt
2007 Übersiedlung nach Eisenstadt

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